Die Bundesgeschäftsstelle des BDZ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bundestag, zu Institutionen der Bundesregierung und überregionalen Medien. Wir sind im dbb forum angesiedelt, den Zentrum der Kommunikation innerhalb der führenden Interessenvertretung für Beamte und Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst.
Dienststellenbesuch beim Hauptzollamt Frankfurt am Main
BDZ vor Ort
Dienststellenbesuch beim Hauptzollamt Frankfurt am Main
Am 6. August besuchte Kati Müller, Vorstandsmitglied des Hauptpersonalrats und stellvertretende BDZ-Bundesvorsitzende, das Hauptzollamt Frankfurt am Main. Begleitet wurde sie dabei durch Sarah Walprecht von der BDZ-Bundesgeschäftsstelle. Der intensive Tag führte quer durch die Dienststelle – vom Haupthaus und Verwaltungsgebäude „Lyoner Stern“ über das Flughafenzollamt bis zur Kontrolleinheit Flughafen Reiseverkehr und zu den Spürhunden und ermöglichte immer wieder den direkten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Begleitet wurden die Besucherinnen durch den Vorsitzenden des örtlichen Personalrats Florian Preißner.
18.08.2026
Im Dialog mit der Dienststellenleiterin, v.l.n.r.: Kati Müller, RDin Sandra Schwan, Florian Preißner | Bild: BDZ
Das Hauptzollamt Frankfurt am Main nimmt zugleich die Funktion eines Grenz- und eines Binnenhauptzollamts wahr. Die örtliche Zuständigkeit umfasst das Stadtgebiet von Frankfurt am Main und den internationalen Großflughafen. Über 1.250 Beschäftigte leisten ihren Dienst in mehr als 20 Liegenschaften. Neben zwei Binnenzollämtern in den Stadtteilen Höchst und Osthafen sowie dem Verwaltungssitz und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit regionalem Ermittlungszentrum im Stadtteil Niederrad ist das Herzstück der Dienststelle der Frankfurter Flughafen. Dort wurden 2025 rund 63,2 Millionen Passagiere abgefertigt, dazu ein Frachtaufkommen von rund 2,1 Millionen Tonnen (Nr. 1 in Europa).
Nach der Begrüßung durch Dienststellenleiterin RDin Sandra Schwan und einer Vorstellung des Amtes ging es nach einem kurzen Stopp in der Asservatenkammer direkt weiter zur Beschaugruppe der Abfertigungsstelle Cargo City Süd. Eine von insgesamt fünf Abfertigungsstellen des Flughafenzollamts. Anschließend machte die Gruppe sich ein Bild zur Situation bei der Erteilung von Ausfuhrbescheinigungen durch Beschäftigte der Abfertigungsstelle Ausfuhrkassenzettel im neuen Terminal 3. Es folgten Besuche bei der Kontrolleinheit Flughafen Reiseverkehr und bei den Zollhundeführern.
Wachsende Belastung bei knappem Personal
Bei allen Stationen stand ein Thema im Mittelpunkt der Gespräche: die spürbar wachsende Arbeitsbelastung der Beschäftigten bei gleichzeitig hohen Personalfehlbeständen. Nach dem festgesetzten Personalbedarf bräuchte das Hauptzollamt Frankfurt am Main rund 1.583 Arbeitskräfte (AK). Tatsächlich im Einsatz waren aber zum Stichtag 31.05.2026 nur rund 1.256 AK – eine Lücke von knapp 327 AK.
In den Gesprächen mit den Beschäftigten wurde deutlich, wie sich diese Zahlen im Arbeitsalltag niederschlagen: steigende Passagier- und Frachtzahlen treffen auf Kontroll- und Abfertigungseinheiten, die personell nicht mitwachsen. Kolleginnen und Kollegen berichteten von Mehrarbeit, verdichteten Diensten und der Sorge, dass die Belastung auf Dauer nicht durchzuhalten sei. Bei gleichzeitig hohem Anspruch an Sorgfalt und Sicherheit im sensiblen Umfeld eines internationalen Großflughafens.
Das umfangreiche Fachwissen und Aufgabenspektrum stand im Mittelpunkt der Gespräche mit Beschäftigten der Beschaugruppe in der Cargo City Süd im Zollamt Frankfurt am Main – Flughafen | Bild: BDZ
Im Austausch mit Zollhundeführern im SG C - beim Zoll am Frankfurter Flughafen sind 29 aktive Diensthunde im Einsatz. Darunter 3 Artenschutzspürhunde und 4 Bargeldspürhunde | Bild: BDZ
Bei der Kontrolleinheit Flughafen Reiseverkehr tauschte sich die Gruppe mit Beschäftigten an Kontrollstationen im neuen Terminal 3 aus | Bild: BDZ
Zuhören, mitnehmen, weitertragen
Die Gästegruppe vom BDZ nutzte den Besuch bewusst, um nicht nur Zahlen und Statistiken zur Kenntnis zu nehmen, sondern direkt mit den Beschäftigten ins Gespräch zu kommen. Neben der Belastungssituation ging es dabei auch um konkrete Anregungen und Verbesserungsvorschläge aus der Praxis – von organisatorischen Abläufen bis zu Fragen der Ausstattung. Solche Rückmeldungen aus erster Hand sind für die personalvertretungsrechtliche und gewerkschaftliche Arbeit unverzichtbar. Sie zeigen Verbesserungsbedarf auf und liefern Argumente für die Interessenvertretung gegenüber Dienstherrn und Politik.
Probleme bei der Liegenschaftssituation
Florian Preißner betonte die Bedeutung solcher Besuche für die Dienststellen vor Ort. Der direkte Austausch zeige, dass die Anliegen der Beschäftigten an der Basis auch auf höherer Ebene gehört werden. Dazu zählten auch Fragen zur Liegenschaftssituation und den Erkundungsverfahren für Neuunterbringungen. Insbesondere die Probleme bei der Unterbringung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit duldeten keinen Aufschub und müssten zeitnah zum Start eines Neuerkundungsverfahrens führen.
Fazit
Der Besuch beim Hauptzollamt Frankfurt am Main hat einmal mehr gezeigt, dass die Personalausstattung der Zollverwaltung mit den tatsächlichen Anforderungen kaum Schritt hält. Wo Aufgaben vielfältiger und größer werden, braucht es auch die entsprechende personelle Untersetzung, sonst leiden im schlechtesten Fall die Gesundheit und die Motivation der Beschäftigten.
Kati Müller brachte es abschließend auf den Punkt: „Wir werden die aus dem Besuch gewonnenen Erkenntnisse nicht nur mitnehmen, sondern aktiv in Gesprächen mit dem Dienstherrn und der Politik einbringen und uns weiterhin für eine spürbare Verbesserung der Personal-, Ausstattungs- und Liegenschaftssituation einsetzen. Das gilt für Frankfurt am Main ebenso wie für die gesamte Zollverwaltung“.