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Neben Gesprächen mit der Europäischen Kommission und Mitgliedern des Europäischen Parlaments traf der BDZ-Bundesvorsitzende Thomas Liebel und sein Team aus der BDZ-Geschäftsstelle auch Vertreterinnen und Vertreter der belgischen Zollgewerkschaft CGSP bzw. ACOD in Brüssel.
Eine Besonderheit des Treffens ergibt sich aus der belgischen Gewerkschaftsstruktur. Die belgische Zollgewerkschaft ist nicht als eigenständige Fachgewerkschaft organisiert, sondern Teil größerer Dachverbände des öffentlichen Dienstes. CGSP (Centrale Générale des Services Publics) ist die französischsprachige Organisation des sozialistischen Gewerkschaftsbundes für den öffentlichen Dienst, während ACOD (Algemene Centrale der Openbare Diensten) die flämischsprachige Schwesterorganisation innerhalb derselben Gewerkschaftsstruktur ist. Beide vertreten unter anderem Beschäftigte der Zoll- und Finanzverwaltung. Die sprachliche und föderale Struktur Belgiens spiegelt sich damit auch unmittelbar in der gewerkschaftlichen Organisation wider.
Das Treffen mit dem BDZ wurde dankenswerterweise von der Präsidentin der CGSP-ACOD, Chris Reniers, koordiniert. Der Austausch war ein Kennenlernen, entwickelte sich jedoch schnell zu einem lebhaften Gespräch unter Praktikern – mit einem klaren Fokus auf die operative Realität der Zollverwaltungen.
Zwei Zollsysteme – unterschiedliche Strukturen
Schon zu Beginn wurde deutlich: Der organisatorische Rahmen des Zolls unterscheidet sich in Belgien spürbar vom deutschen Modell.
Insgesamt umfasst der belgische Zoll rund 3.000 Beschäftigte. Während der deutsche Zoll als eigenständiger Verwaltungszweig mit klar verankertem Berufsbeamtentum im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen organisiert ist, ist die belgische Zollverwaltung stärker in die allgemeine Finanzverwaltung integriert. Der Beamtenstatus im Finanzressort wurde in den vergangenen Jahren teilweise zurückgebaut – mit entsprechenden Auswirkungen auf Status, Besoldungsstruktur und langfristige Bindung an den Dienst.
Für den BDZ war dieser strukturelle Vergleich besonders relevant. Europäische Reformprozesse setzen oft nationale Verwaltungsrealitäten voraus – berücksichtigen deren Unterschiede jedoch nicht immer ausreichend.









