Die Bundesgeschäftsstelle des BDZ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bundestag, zu Institutionen der Bundesregierung und überregionalen Medien. Wir sind im dbb forum angesiedelt, den Zentrum der Kommunikation innerhalb der führenden Interessenvertretung für Beamte und Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst.
Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten tiefgreifender Veränderungsprozesse gelingen? Der BDZ-Zukunftskongress 2026 in Kassel hat zentrale Herausforderungen analysiert und konkrete Impulse für Gewerkschaften, öffentlichen Dienst und Verbandsarbeit im Spannungsfeld von Wandel, Vertrauen und Kommunikation entwickelt.
20.03.2026
Vor welchen neuen Rahmenbedingungen stehen Gewerkschaften heute? Mit dieser Frage eröffnete der BDZ-Bundesvorsitzende Thomas Liebel die Veranstaltung.
Vom 16. bis 18. März 2026 hat der BDZ in Kassel seinen Zukunftskongress durchgeführt. Im Zentrum stand eine der aktuell drängendsten Fragen: Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten tiefgreifender Veränderungsprozesse – und welche Rolle spielen dabei Gewerkschaften, öffentlicher Dienst und Zivilgesellschaft?
Ausgangspunkt waren die spürbaren Umbrüche der letzten Jahre: strukturelle Veränderungen in Staat und Verwaltung, wachsende Erwartungen an den öffentlichen Dienst sowie zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. Gerade in diesem Spannungsfeld wurde der öffentliche Dienst – und mit ihm auch das Berufsbeamtentum – als stabilisierender Faktor und Garant staatlicher Handlungsfähigkeit und Daseinsvorsorge eingeordnet. „Deshalb ist es für uns überhaupt nicht akzeptabel, dass es seit einiger Zeit Angriffe auf das Berufsbeamtentum gibt,“ betonte dazu der Vorsitzende des deutschen Beamtenbundes, Volker Geyer, in einer Videogrußbotschaft. Der dbb beamtenbund und tarifunion ist die Dachorganisation der deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ.
Veränderungsprozesse verstehen und Vertrauen stärken
Im Rahmen von Vorträgen, Diskussionen und interaktiven Arbeitsformaten haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer analysiert, wie Veränderungsprozesse wahrgenommen werden, welche Risiken daraus entstehen können und wie Gesellschaften darauf reagieren. Ein zentrales Thema war dabei die Frage, wie fehlende oder unzureichende Kommunikation Unsicherheiten verstärken, Vertrauen in staatliche Institutionen schwächen und im Extremfall Polarisierung oder Radikalisierung begünstigen kann.
Vor diesem Hintergrund wurde auch die Rolle von Gewerkschaften als Teil der organisierten Zivilgesellschaft intensiv beleuchtet. Deutlich wurde: Gerade in Phasen gesellschaftlicher Verunsicherung leisten Gewerkschaften einen wichtigen Beitrag zur Einordnung von Entwicklungen, zur Interessenvertretung und zur Stabilisierung demokratischer Prozesse.
Die Kongressteilnehmenden haben in Kleingruppen gearbeitet und die Ergebnisse gemeinsam diskutiert.
Moderne Verbandsarbeit: Orientierung geben und Identität stärken
Ein besonderer Fokus lag zudem auf der praktischen Verbandsarbeit. Am Beispiel der Zollverwaltung wurde diskutiert, wie sich politische Entscheidungen und strukturelle Veränderungen konkret auf Beschäftigte auswirken – und wie diese Entwicklungen transparent vermittelt werden können. Dabei ging es auch um die Frage, wie Kommunikation als verbindendes Element wirkt: zwischen Beschäftigten, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit.
In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, dass ein modernes Verbandswesen mehr erfordert als klassische Interessenvertretung: Fragen der Mitgliederbindung, der organisatorischen Aufstellung vor Ort sowie ein rechtssicherer und verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Daten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gerade auf der Ebene der Ortsverbände entscheidet sich, ob es gelingt, Orientierung zu geben, Vertrauen zu schaffen und ein identitätsstiftendes Angebot für die Mitglieder bereitzustellen – insbesondere vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Fragmentierung.
Kommunikation als Schlüssel für Sichtbarkeit und Wirkung
Ergänzend wurden Ansätze erarbeitet, wie Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation im Verband weiterentwickelt werden können. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere der Aufbau von Sichtbarkeit, die verständliche Einordnung komplexer Themen sowie die enge Abstimmung zwischen Orts-, Bezirksverbänden und Bundesebene.
Der Zukunftskongress hat damit nicht nur zentrale Fragen rund um gesellschaftlichen Zusammenhalt, Veränderungsprozesse und die Zukunft des öffentlichen Dienstes aufgegriffen, sondern zugleich konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des BDZ gesetzt. Ziel bleibt es, die Organisation in einem dynamischen Umfeld zukunftsfähig aufzustellen und ihre Rolle als starke Stimme für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst weiter zu stärken.