Am Beispiel des Frankfurter Flughafens wurde der massive Anstieg an Kleinsendungen dargestellt. Wurden im Jahr 2024 noch rund 210 Millionen Warenpositionen im E-Commerce im Frachtgeschäft bearbeitet, lag die Zahl im August 2025 bereits bei rund 260 Millionen. Prognostiziert werden bis Ende des Jahres rund 400 Millionen Warenpositionen. Das wäre annähernd eine Verdopplung der Einfuhrmenge in nur einem Jahr!
Die Masse der Sendungen resultiert in erster Linie aus Einkäufen auf den Online-Marktplätzen Temu und Shein. Eine gigantische Paketschwemme an Billigwaren, die zeigt, wie wichtig eine Automatisierung der Zollprozesse ist, um Effizienz zu steigern. Deshalb müssen die IT-Verfahren weiterentwickelt werden, idealerweise mit einer risikobasierten KI-Unterstützung in einem europaweitem Datenhub. Mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft wären präferenzielle Zollregelungen für recycelte Materialien und eine digitale Nachverfolgbarkeit denkbar. Aber um den Verbraucher letztendlich zum Nachdenken oder Umdenken zu bewegen und Bestellmengen in China zu reduzieren, muss sehr wahrscheinlich der finanzielle Anreiz entfallen. Ob dies durch den Aktionsplan E-Commerce der Bundesregierung und der von der Europäischen Kommission angedachten pauschalen Abgabe in Höhe von 2 Euro pro Ware funktioniert, bleibt abzuwarten.
Der Austausch im Rahmen des Forums machte deutlich, dass nur durch eine enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die ambitionierten Ziele der Kreislaufwirtschaft erreicht werden können. Damit aber bei der Einfuhr von Waren aus Drittstaaten nicht Wunsch auf Wirklichkeit trifft, muss dringend stärker in die Zollverwaltung investiert und vermehrt eingestellt werden.











