Personalversammlung am DO Plessow/Lehnin

Die Luft brennt - prekäre Situation in der Aus- und Fortbildung

Die Situation ist nicht neu, das Thema auch nicht – dennoch ist nun das eingetreten, wovor der BDZ und die BDZ geführten Personalvertretungen jahrelang gewarnt haben, die Durchführung von Aus- und Fortbildungsveranstaltungen kann nur noch mit größten Mühen aufrechterhalten werden.

04. Juni 2018
  • Uta Mechler (Vorsitzende BDZ-OV Plessow/Lehnin), Simon Schneider (Vorsitzender öPR, BDZ)

Das zur Verfügung stehende Personal ist mittlerweile derart überschaubar, dass man im Moment von einer Mangelverwaltung sprechen muss. Mit den verfügbaren Ressourcen muss der Dienstbetrieb irgendwie am Laufen gehalten werden. Seit Jahren wurde versäumt, auch neues Personal zu akquirieren, um den enorm gestiegenen Ausbildungskapazitäten gerecht zu werden.

Nahezu alle Lehrenden kämpfen mit Überstunden in einem Ausmaß, welches aus Sicht der persönlich betroffenen Personen, aber auch aus der des Dienstherrn (Fürsorgepflicht!) nicht mehr hinnehmbar ist. Es gibt Lehrende, die bereits zum Sommer des laufenden Jahres ihre kompletten Lehrverpflichtungen für das ganze Jahr (!) erfüllt haben – das ist nur möglich, wenn diese Kolleginnen und Kollegen in einem Ausmaß im Unterricht eingesetzt werden, das für die Gesundheit der Beschäftigten nicht förderlich sein kann. Die hohen Krankheitsquoten bestätigen dies.

Der Personalmangel geht auch mit der mangelnden Perspektive des Fortkommens in der Lehre einher. Bei der Besoldungsgruppe A11 ist für die meisten Lehrenden Schluss, höherwertige Dienstposten sind „Goldstaub“ und das bei dieser verantwortungsvollen und fordernden Tätigkeit! Immerhin bilden die Kolleginnen und Kollegen die Zöllner der nächsten Generation aus!

Die seit Jahresbeginn geltende Lehrdeputatsregelung ist dann noch das letzte Puzzlestück, das den Personalmangel in der Lehre bedingt, da die Arbeitsbelastung dadurch noch mehr gestiegen ist.

Viele Lehrende sind daher nur noch aufgrund ihres persönlichen Enthusiasmus‘ in dieser Tätigkeit aktiv, an den Rahmenbedingungen liegt es sicherlich nicht.

Diese Themen waren in der Personalversammlung am 30. Mai in Plessow omnipräsent. Die Stimmung war dementsprechend – die Kolleginnen und Kollegen wollen endlich wirksam greifende Lösungen präsentiert bekommen, um die Situation spürbar und nachhaltig zu verbessern.

Als Vertreter der Dienststellenleitung war Herr Schoeneck, Direktionspräsident DIX, der Einladung gefolgt. Durch die Veranstaltung führte Simon Schneider (BDZ), Vorsitzender des örtlichen Personalrates. Der BDZ wurde weiterhin vom stellvertretenden Bundesvorsitzenden und Vorsitzenden des GPR, Thomas Liebel, vertreten.

Beide BDZ-Vertreter waren sich einig, dass die aktuelle Lage am Lehrstandort Plessow/Lehnin – aber auch an den übrigen Dienstsitzen in der Aus- und Fortbildung – nur durch eine massive Stellenanhebung von Dienstposten entspannt werden kann.

Von Seiten der Direktionsleitung wurden vorsichtige Hinweise gegeben, dass mit vereinzelten Stellenhebungen zu rechnen sein könnte. „Die Kolleginnen und Kollegen in der Lehre leisten jeden Tag eine bemerkenswert gute Arbeit, dies muss auch langfristig honoriert werden. Es ist absolut notwendig, dass man eine Perspektive in der Lehre hat und auch in seiner Arbeit wertgeschätzt wird. Die Dienstposten der Lehrenden müssen daher in großem Maße auf die Besoldungsgruppen A12/A13 angehoben werden, sodass auch die Mehrzahl der Kolleginnen und Kollegen davon profitieren können, denn letztlich machen alle die gleiche Tätigkeit“, so die Forderung von Simon Schneider.

Auch auf Bundesebene wird von Seiten des BDZ diese Forderung untermauert. Der BDZ steht hier mit diversen Bundestagsabgeordneten in engem Kontakt, um auch die notwendigen Voraussetzungen im politischen Bereich für entsprechend höherwertige Dienstposten zu bereiten.

Zudem wird der BDZ die prekäre Situation der Aus- und Fortbildung innerhalb der Zollverwaltung bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz einbringen. Die Auffassung des stellvertretenden Bundesvorsitzenden hierzu ist eindeutig: „Höhere Einstellungsermächtigungen erfordern eine nachhaltige Investition in die Aus- und Fortbildungskapazitäten des Zolls – diese bislang gläserne Decke muss endlich durchbrochen werden. Andernfalls werden wir dieser historischen Chance nicht gerecht.“

Es bleibt abschließend nur die Hoffnung, dass die Entscheidungsträger den Ernst der Lage in der Aus- und Fortbildung endlich erkennen und Taten folgen werden. Hier brennt mittlerweile die Luft.

 

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