28.07.2022

Neue Einsatztrainingszentren: unverzichtbar zur Sicherung der Schlagkraft des Zolls und der Unversehrtheit vieler Zöllnerinnen und Zöllner!

Der Zoll soll moderne Einsatztrainingszentren (ETZ) erhalten, um dauerhaft das Zolltraining in eigenen und zeitgemäßen Trainingsstätten absolvieren zu können. Dann wäre endlich Schluss mit den derzeitigen, teilweise grenzwertigen Lösungen. Denn bislang muss der Zoll für die Zolleinsatztrainings der über 20.000 WaffenträgerInnen in der Regel auf Liegenschaften (Schießanlagen, Sporthallen) externer Anbieter zugreifen. Ein suboptimales Vorgehen, betrachtet man die gestiegenen Anforderungen an das Einsatztraining der Vollzugskräfte sowie die stetig steigende Anzahl an WaffenträgerInnen beim Zoll.

Vor diesem Hintergrund hatte der Bundesrechnungshof das Fehlen eines standardisierten Konzepts, wie die waffentragenden Zollbediensteten einsatzorientiert trainiert werden können, beanstandet. Das Bundesministerium der Finanzen hatte schließlich die Generalzolldirektion im Jahr 2016 beauftragt, ein Konzept für Einsatztrainingszentren in der Zollverwaltung zu erarbeiten. Der BDZ unterstützt die Errichtung der ETZ und erwartet seitens der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zeitnah mit den konkreten Bauvorhaben zu beginnen. Ferner lehnt der BDZ jegliche Ansätze dahingehend entschieden ab, die Einsatztrainingszentren als Prestigeobjekte möglicher haushalterischer Sparzwänge verkommen zu lassen. „Mit den Einsatztrainingszentren muss ein optimiertes und bedarfsgerechtes Einsatztraining langfristig sichergestellt werden. Beim Schutz und der Unversehrtheit unserer Einsatzkräfte darf nicht gespart werden“, betont BDZ Bundesvorsitzender Dieter Dewes angesichts möglicher Sparzwänge in den kommenden Etatverhandlungen des Deutschen Bundestags. Schließlich attestiert sowohl der Bundesrechnungshof als auch das BMF die fachliche Notwendigkeit zur Errichtung der ETZ, um die Zollvollzugskräfte bestmöglich zu trainieren und damit auch ihre Einsatzfähigkeit sicherzustellen.

Konkrete Bauplanungen starten!

Im gesamten Bundesgebiet werden in den kommenden Jahren elf neue Einsatztrainingszentren entstehen, um den rund 20.000 waffentragenden Zöllnerinnen und Zöllnern eine einsatzorientierte und bedarfsgerechte Aus- und Fortbildung zu bieten – wir berichteten. Der Bundeshaushalt 2022 berücksichtig die Kosten für den Grunderwerb im Zusammenhang mit der Errichtung von 11 Einsatztrainingszentren für die Zollverwaltung, von denen bereits 4 Grundstücke durch die BIMA vorzeitig erworben wurden. Alle Einsatztrainingszentren werden den gleichen Grundriss erhalten. Die Pläne sehen jeweils 3 unabhängige Module vor. Diese bestehen aus Einzelkomponenten wie der Raumschießanlage mit 3x3 Bahnen, einer Zweifeldsporthalle und dem Einsatztrainingskomplex mit Außenanlagen. Insgesamt 55 Beschäftigte werden pro ETZ für die Durchführung und die Organisation der Trainingseinheiten bei den jeweiligen Betreiber-Hauptzollämtern verantwortlich sein.
Die Räumlichkeiten bieten Kapazitäten für mehr als 140 zu trainierenden Zöllnerinnen und Zöllner pro Tag.

Der BDZ sieht in dem vorliegenden Entwurf einen professionellen Ansatz. Für die waffentragenden Bediensteten der Zollverwaltung werden hochmoderne und komplexe Einsatztrainingszentren errichtet. In den Einzelkomponenten können praxisnahe wiederkehrende Szenarien wie Kontrollen an zum Beispiel einsatztypischen Objekten, Durchsuchungen von Wohnungen sowie Kontrollen von Fahrzeugen und Personen trainiert und simuliert werden. Außerdem gibt es eine befahrbare Freifläche, an der Szenarien mit Fahrzeugen, wie das Anhalten von Autos und Festnahmetechniken im Fahrzeug geübt werden können. Das BMF und die Generalzolldirektion haben im Rahmen der Konzeptionierung der ETZ zahlreiche Anregungen und Vorschläge des BDZ-geführten Bezirkspersonalrats und Hauptpersonalrats übernommen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Bauphase nach Jahren der Planung endlich beginnt. Die Modernisierung der Einsatztrainings beim Zoll duldet keinen weiteren Aufschub.

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