Thomas Liebel (Vorsitzender des HPR, stellv. Bundesvorsitzender des BDZ), Ann-Cathrin Blondel (Vorsitzende der HJAV), Thomas Schoeneck (Direktionspräsident DIX), Jan Gies (Mitglied im HPR), Rüdiger Nolte (Dekan des Fachbereichs Finanzen der HS Bund)

09.09.2020 Dienstellenbesuch des Bildungsstandortes in Münster der GZD

BDZ gibt vor Ort ein klares Bekenntnis zur Stärkung der Ausbildungskapazitäten des Zolls ab

Vom 18. bis 20. August 2020 besuchten die Vorsitzende der Haupt-/ Jugend- und Auszubildendenvertretung (HJAV) Ann-Cathrin Blondel (BDZ), der Vorsitzende des Hauptpersonalrats (HPR) und stellv. BDZ Bundesvorsitzende Thomas Liebel, sowie Astrid Haase und Jan Gies (beide Mitglieder des HPR und BDZ) den Bildungsstandort in Münster der Generalzolldirektion sowie die Hochschule des Bundes – Fachbereich Finanzen. Zentrale Themen bildeten eine mögliche Modularisierung des Studiengangs für den gehobenen Zolldienst, die technische Erneuerung des Aus- und Fortbildungswesens, die Ausstattung der Standorte des Bildungs- und Wissenschaftszentrums (BWZ) mit WLAN – auch zur privaten Nutzung - sowie ein Austausch zu den Erfahrungswerten des BWZ zum Aufstieg im Rahmen der fachspezifischen Qualifizierung nach § 38 BLV und dem Studiengang Verwaltungsinformatik.

Die Personalvertreter*innen erörterten mit dem Direktionspräsidenten der Direktion IX (BWZ) der Generalzolldirektion, Thomas Schoeneck und dem Dekan des Fachbereichs Finanzen der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, AD Dr. Rüdiger Nolte, die aktuelle Lage zum Lehrbetrieb während der Corona-Pandemie. Von reduziertem Präsenzunterricht bis hin zum Lehrbetrieb mittels Fernlehre sowie besonderen Hygiene- und Verhaltensregeln - die derzeitige Situation stellt sowohl für die Nachwuchskräfte als auch für die Lehrenden sowie die Mitarbeiter*innen der Lehr- und Hausverwaltung eine nie dagewesene Herausforderung dar. Dem Einsatz von technischen Mitteln zur Unterstützung der Fernlehre kommt hier eine besondere Bedeutung zu.

WLAN-Anbindung kommt!

Grundsätzlich kann durch die bestehenden und neuen technischen Mittel ein geregelter Lehrbetrieb gewährleistet werden. Allerdings waren sich alle Beteiligten einig, dass an dieser Stelle noch weitere Investitionen zu tätigen sind. Das zeigte sich auch im Gespräch mit ZOAR Detlef Böger, der in Münster als Arbeitsbereichsleiter im Kompetenzzentrum digitale Lehre genau an diesen Themen arbeitet. Die Themen Ausstattung der Unterkünfte mit WLAN und der Aufbau eines standortübergreifenden Bildungsnetzes werden von BDZ und BDZ Jugend bei jeder Gelegenheit auf allen Ebenen platziert. Mittlerweile zeichnet sich zur Bereitstellung von WLAN eine positive Entwicklung ab. So wurden kürzlich die Lehrsäle am Dienstsitz Münster - Gescherweg bereits mit WLAN ausgestattet und noch im Herbst dieses Jahres sollen hier weitere Aufrüstungen in Münster stattfinden. Die flächendeckende WLAN-Anbindung aller Bildungsstandorte des BWZ ist eine überfällige Modernisierungsmaßnahme zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der fachtheoretischen Ausbildung sowie des Fortbildungswesens innerhalb der Bundesfinanzverwaltung. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung bietet eine Möglichkeit zur überfälligen WLAN-Anbindung der Bildungsstandorte des BWZ, die sich die Zollverwaltung nicht entgehen lassen sollte. Danach können diverse Digitalisierungsvorhaben der Bundesverwaltungen vorgezogen werden. Die WLAN-Anbindung zur dienstlichen und privaten Nutzung von Nachwuchskräften am Bildungsstandort in Leipzig-Wiederitzsch ist Benchmark für das gesamte Bildungs- und Wissenschaftszentrum. BDZ und BDZ Jugend werden den Prozess weiter begleiten – dies umfasst auch eine Anpassung der Nutzungsbedingungen von dienstlich bereitgestelltem Internet während einer Unterbringung in den Wohnunterkünften des BWZ.

Modularisierung der Studieninhalte geplant

Perspektivisch wird neben dem Ausbau der technischen Infrastruktur auch eine Modularisierung der Studieninhalte für den gehobenen Zolldienst angestrebt. Dabei soll nach Erläuterungen des Fachabteilungsleiters Grundstudium, Dr. Benjamin Küchenhoff, der duale Studiengang Zoll in seiner generalistischen Grundausrichtung und Struktur beibehalten und hochschulrechtskonform modularisiert werden. Neben der Förderung von berufsfeldbezogenen Kompetenzen im engeren Sinne gilt es künftig auch stärker dynamische Kernkompetenzen der Studierenden wie z.B. Selbstlernkompetenzen, Selbstorganisationsfähigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Problemlösungsfähigkeit, Entwicklungsfähigkeit, digitale Kompetenz und Transferkompetenz als sogenannte berufliche Schlüsselkompetenzen zu fördern. Unabhängig von der künftigen Entwicklung der Studieninhalte des gehobenen Dienstes, steht für den BDZ eine qualitativ hochwertige Laufbahnausbildung im Vordergrund. Ein hohes, fachtheoretisches Ausbildungsniveau setzt eine methodisch didaktische Vermittlung von Studieninhalten voraus, die in einem angemessenen Verhältnis zwischen Vorlesungen in bewährter Kursstärke, Großvorlesungen und dem angeleiteten Selbststudium stehen. Die engere Verzahnung von Theorie- und Praxisphasen darf hier ebenfalls nicht auf der Strecke bleiben. Eine Modularisierung der Studienstrukturen des gehobenen Zolldienstes muss zudem den erfreulichen Umstand der zunehmenden Einstellungszahlen von Nachwuchskräften des gehobenen Zolldienstes berücksichtigen. Letztendlich bedarf es hierzu auch der Investition in die Ausbildungskapazitäten des Zolls.

Das duale Studium der Verwaltungsinformatik als Berufsweg beim Zoll

Die Gelegenheit wurde ebenfalls genutzt, um vor Ort mit den zuständigen Vertretern*innen der Generalzolldirektion die Entwicklungen zum dualen Studiengang Verwaltungsinformatik (VIT) zu erörtern. Als Gesprächspartner*innen beteiligten sich der Leiter des Arbeitsbereichs DI.A.28 - Personaleinzelmaßnahmen, RD Klaus Greven und der Ausbildungsleiter VIT, Herr Stefan Ernst zusammen mit Frau Carolin Beinker und Herrn Ulrich Reiner Becker.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen der offensichtliche Mangel an Bewerber/innen zur Besetzung der Einstellungsermächtigungen für den VIT-Studiengang sowie die Errichtung eines VIT-Zentrums im Großraum Münster. Der Bekanntheitsgrad zur möglichen Teilnahme an einem VIT-Studiengang beim Zoll muss durch ein intensiveres Personalmarketing gesteigert werden. Das gilt auch hinsichtlich einer gezielteren Ansprache von potentiellen Aufstiegsbeamten*innen des mittleren Zolldienstes zur Teilnahme an dem VIT-Studiengang. Die Bandbreite der Einsatzgebiete für VIT-Absolventen*innen in der Zollverwaltung ist größer als gedacht. Außerdem werden die Nachwuchskräfte nach der bestandenen Abschlussprüfung an der Dienststelle eingesetzt, für die sie ursprünglich eingestellt wurden. Das heißt Planungssicherheit hinsichtlich der örtlichen Verwendung.

Insgesamt sollte aus Sicht des BDZ sowohl nach innen als auch nach außen mehr Werbung für den Studiengang VIT betrieben werden. Außerdem muss die Attraktivität des Berufsbildes für potentielle Bewerber*innen erhöht werden. Der BDZ wird sich dafür einsetzen, dass sowohl monetäre Anreize für die Zeit des Studiums geschaffen als auch die Perspektiven nach dem Studium verbessert werden. Wir bleiben dran und berichten weiter.

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